
Es ist wichtig, mit Ihrem Urologen zu besprechen, welche Behandlung für Sie geeignet ist. Besprechen Sie alle Möglichkeiten der Behandlung, evtl. Risiken und Nebenwirkungen. Bedenken Sie, dass Sie eine Behandlung wünschen, die von Ihnen und Ihrem Partner akzeptiert wird. Dies gibt Ihnen die Sicherheit für die Wirksamkeit und partnerschaftliche Akzeptanz dieser Behandlungsform.
Die Injektionstherapie zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (ED) wird seit mehr als 10 Jahren erfolgreich angewandt. Sie ermöglicht Männern mit ED eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu haben.
Injektionen in den Schwellkörper des Penis wurden erstmals in den 80er Jahren durchgeführt, als sich zeigte, dass bestimmte Substanzen eine Erektion erzeugen können. Diese Entdeckung hat nicht nur zum besseren Verständnis der Erektion geführt, sondern führte zu einer wirksamen Behandlungsform der ED. Es hat sich gezeigt, das verschiedene Substanzen und Substanzgemische zu ausreichend langen Erektionen führen, ohne schwerwiegende Nebenwirkungen zu haben. Diese Substanzen stehen als Lösungen oder als auflösbare Pulver zur Verfügung. Weiterhin gibt es verschiedene Spritzensysteme, Spritzenautomaten und Spezialnadeln um eine Injektion in den Penis weitgehend schmerzlos durchzuführen. Wichtig ist, dass Sie sich Zeit nehmen, diese Injektionen zu lernen, und die für Sie richtige Dosierung ermittelt wird. Hierbei wird Ihnen Ihr behandelnder Spezialist oder Urologe helfen. Viele Patienten empfinden diese Injektionen als einfach und nicht schmerzhaft.
Es werden Substanzen benutzt, die zu einer Erweiterung der Blutgefäße zum Penis führen, um den Bluteinstrom in die Schwellkörper des Penis zu steigern. Gleichzeitig kommt es zu einer Erweiterung der Schwellkörperhohlräume, die einen Abstrom von Blut aus dem Penis verhindert. Dadurch kommt es zu einer vollständigen Erektion.
Substanzen mit einer erektionsfördernden Wirkung sollten in einer für Sie genau bestimmten Menge direkt in den Schwellkörper gebracht werden. Dies kann am besten durch eine Injektion erfolgen.
Ein Gemisch von Papaverin und Phentolamin ist das am längsten verwendete Medikament bei der Behandlung der ED. Es liegen Erfahrungen von mehr als 10 Jahren vor. Dieses Medikament ist in Österreich und der Schweiz unter dem Namen Andro-SKAT zugelassen, in Deutschland kann es nur als Rezeptur durch einen qualifizierten Apotheker hergestellt werden, dafür ist eine Rezeptierung durch den Arzt notwendig. Das am meisten verwendete Medikament ist Alprostadil. Dies ist gleichbedeutend mit Prostaglandin E1, welches an der natürlichen Erektion beteiligt ist. Es wird seit Mitte der 90er Jahre zur Behandlung der ED eingesetzt. Alprostadil bewirkt eine Erweiterung der zuführenden Blutgefäße und der Muskulatur des Schwellkörpers sowie eine Zunahme des Bluteinstroms in den Penis, was zu einer vollständigen Erektion führt.
Eine normale Erektion bildet sich nach 10 - 15 Minuten aus. Diese sollte für Sie und Ihren Partner für einen Geschlechtsverkehr ausreichend sein. Diese Zeit kann in das sexuelle Vorspiel einbezogen werden.
Bei dieser Form der Behandlung hält die Erektion durchschnittlich 60 Minuten an.
Die ersten Injektionen und Mengen des Medikamentes werden durch Ihren Arzt festgelegt. Es ist ausgesprochen wichtig, die für Sie genau ermittelte Menge Ihrer Substanz zu verwenden. Änderungen sollten nur in Absprache mit Ihrem Arzt durchgeführt werden. Eine Überdosierung kann zu einer verlängerten Erektion (bis zu 3 Stunden) oder bis zu einem Priapismus (schmerzhaft, länger als 3 Stunden) führen. Solche Zustände können zu einer dauerhaften Schädigung des Penis führen. Bei sachgemäßem Gebrauch treten verlängerte Erektionen nur sehr selten auf. Es sollte dann zuerst versucht werden, durch starke sportliche Aktivität die Erektion zu beenden, bei fortbestehender Erektion sollte umgehend ein Spezialist aufgesucht werden.
Selten, insbesondere bei den ersten Injektionen, kann es zu Schmerzen im Penis kommen. Sehr selten sind verlängerte Erektionen. Einige Patienten entwickeln tastbare Knötchen im Bereich der Injektionsstellen, die jedoch wieder verschwinden können. Dauerhafte Knotenbildung kann durch eine wechselnde Injektionsstelle vermieden werden.
Nebenwirkungen für den Partner sind nicht bekannt. Alprostadil wird normalerweise rasch im Penis abgebaut.
Die Injektionstherapie sollte nicht angewendet werden bei: bekannter Allergie gegen Alprostadil, bekannter Induratio penis plastica (Peyronie Erkrankung), Schwellkörperfibrose, Penisprothesen, Erkrankungen die zu verlängerten Erektionen neigen (Sichelzellanämie, Leukämie, Multiples Myelom) sowie bei Patienten, denen keine sexuelle Aktivität zu empfehlen ist (schwere Herzerkrankung).
Die Medikamente und Injektionshilfen zur Injektionstherapie erhalten Sie auf ein Rezept von Ihrem Arzt. In der Regel werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen. Das im Handel erhältliche Alprostadil wird als Caverject (Pfizer) oder Viridal (Schwarz Pharma) angeboten.
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